Objektzyklus „BÜCHER“

Im vorliegenden Objektzyklus „BÜCHER“ wählte Milada Zahnhausen unter vielen anderen von ihr bearbeiteten Themen eine Objektspezies, die eine unendliche Fülle von Assoziationen für ihr Schaffen zulässt.
Diese Assoziationen beziehen sich im Allgemeinen beim herkömmlichen Buch auf Inhalte, die zwischen den beiden Buchdeckeln auf bedruckten Papierseiten als Texte enthalten sind.
Die Künstlerin setzt damit in gewisser Weise auf einer neuen künstlerischen Ebene die uralte Tradition fort, Botschaften und Inhalte dem Ton anzuvertrauen.
Verborgenes, das mehr oder weniger nur auf Grund eines mentalen Vorganges durch Materialisierung geistiger immaterieller Inhalte im Festschreiben und im Lesen wahrgenommen und rezipiert werden kann, soll wiederum durch einen künstlerischen Akt in den Händen der Keramikerin in ein adäquates, optisch und physisch wahrnehmbares Objekt transportiert werden – ein wahrlich kühnes Unterfangen.

Form, Oberfläche, Struktur und Textur u.a. der „neugeschaffenen Bücher“ konnten nur auf Grund sicherer Kenntnisse und langjähriger Erfahrungen bezüglich der immer für Überraschung sorgenden Eigenschaften des Tons, der Zuschlagstoffe, Farbpigmente, Glasuren und nicht zuletzt des oft unberechenbaren Brennvorganges in überzeugender Form bewältigt werden. Soweit die handwerkliche Seite der Objekte.

Das eigentlich Schöpferische an den vorliegenden Objekten liegt in der Umsetzung von Buchtiteln und den dahinter stehenden Inhalten wie z.B. „Verbotenes Buch“, „Comenius-Buch“, „Franz Kafka-Buch“, „Mozart-Buch“, „Verschnürtes Buch“ u.a…
Diese Umsetzung wurde von der Künstlerin auf philosophisch-metaphorisch-konnotativer Basis gelöst, wobei sie die jeweils gemeinsamen Codes zwischen dem „ursprünglichen Buch“ und dem „neuzuschaffenden Buch“ herauszufinden suchte und so eine adäquate Transformation aus einem Medium in das andere vollzog.
Die Buchobjekte ähneln demnach in einer gewissen Weise der Funktion von Initialen in einem Buch, die hier in ihrer dreidimensionalen Gestalt und Ausführung im Sinne einer Chiffre die wesentlichen Inhaltselemente, Zeichen, Symbole und Merkmale erkennen lassen.

Mag. phil. Dipl.-Ing. Paul Peschl

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